Listen to the science behind this Briefing here (Ai unlocked it’s fate :-))

Kennst du das? Du führst ein tolles Bewerbungsgespräch, die Chemie stimmt und dein Bauchgefühl sagt: Das ist die perfekte Person für den Job. Doch Monate später stellt sich heraus, dass die Leistung nicht den Erwartungen entspricht. Als Führungskraft oder im Personalbereich stehst du oft vor der Frage, wie du die zukünftige Leistung einer Person wirklich verlässlich einschätzen kannst.

Kognitive Eignungstests versprechen hier Objektivität. Aber sie sind umstritten. Sind sie wirklich fair und aussagekräftig? Oder messen sie am Ende doch nur, aus welchem Elternhaus jemand kommt und wie gut man für Prüfungen lernen kann? Diese Ausgabe des Wirtschaftspsychologie-Briefings blickt hinter die Kulissen und klärt auf, was die Wissenschaft wirklich über Eignungstests weiß und was du daraus für deine tägliche Arbeit mitnehmen kannst.

The Science Behind the Story

a cup of coffee next to a calculator

Photo by Ben Wicks on Unsplash

Die Wirtschaftspsychologen Nathan R. Kuncel und Sarah A. Hezlett haben sich genau diese Fragen in ihrem viel beachteten Artikel „Fact and Fiction in Cognitive Ability Testing“ angesehen. Sie haben dafür keine einzelne neue Studie durchgeführt. Stattdessen haben sie die Ergebnisse aus tausenden von Studien und großen Meta-Analysen zusammengefasst, um ein Gesamtbild zu zeichnen. Ihre Arbeit räumt mit fünf hartnäckigen Mythen über kognitive Tests auf. Vier davon entlarven sie als Fiktion, nur einer ist ein Fakt.

Die Forscher zeigen, dass standardisierte Tests, die logisches Denken, verbale und quantitative Fähigkeiten messen, zu den stärksten und beständigsten Vorhersageinstrumenten für Erfolg in Ausbildung und Beruf gehören. Sie messen erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten, die nicht angeboren, sondern das Ergebnis von Talent, Lernen und Umweltfaktoren sind.

Die zentralen Erkenntnisse der Forscher widerlegen gängige Annahmen

Eine Limitation der Analyse ist, dass sie sehr breite Ergebnisse zusammenfasst. Im Einzelfall muss natürlich immer geprüft werden, welcher Test für welche spezifische Anforderung am besten geeignet ist.

Was das für deinen Alltag bedeutet

Die Forschung zeichnet ein klares Bild: Wir unterschätzen oft, wie nützlich gut gemachte kognitive Tests sind, und überschätzen gleichzeitig unser eigenes Bauchgefühl bei Einstellungsgespräche. Viele typische Fehler in der Personalauswahl basieren auf genau den Mythen, die Kuncel und Hezlett widerlegen.

Ein häufiger Fehler ist es, Tests pauschal abzulehnen, weil es Ergebnisunterschiede zwischen Gruppen gibt. Dabei verwechselt man Fairness im Ergebnis (alle haben die gleiche Chance auf ein hohes Testergebnis) mit Fairness in der Vorhersage (das Testergebnis sagt für alle die Leistung gleich gut voraus). Die Wissenschaft zeigt, dass letzteres bei guten Tests der Fall ist. Du schließt also nicht systematisch geeignete Personen aus, sondern der Test spiegelt tatsächlich leistungsrelevante Fähigkeitsunterschiede wider.

Ein weiterer Fehler ist die Annahme, ein unstrukturiertes Gespräch gäbe tiefere Einblicke. Unstrukturierte Interviews sind bekanntermaßen sehr anfällig für Sympathie-Effekte und unbewusste Vorurteile und haben eine deutlich geringere Vorhersagekraft als standardisierte Verfahren. Die Forschung macht deutlich, dass Tests eine wichtige, objektive Informationsquelle sind, weil sie Fähigkeiten messen, die für das Erlernen und Ausführen von Arbeitsaufgaben zentral sind.

Was du jetzt konkret tun kannst

Fazit

Kognitive Eignungstests sind bei Weitem keine perfekten, aber sehr starke Werkzeuge zur Vorhersage von Berufs- und Bildungserfolg. Die größten Einwände gegen sie, wie angebliche Voreingenommenheit oder die alleinige Abbildung des sozioökonomischen Status, erweisen sich bei genauerer Betrachtung als Mythen. Sie messen leistungsrelevante, erlernte Fähigkeiten.

Die eigentliche Frage ist also nicht, ob wir sie nutzen sollten, sondern wie wir sie intelligent mit anderen Methoden kombinieren, um die besten und fairsten Entscheidungen zu treffen.

Outro

Wir hoffen, dieses Briefing hat dir gefallen und du fandest es für dich und deine Organisation wertvoll. Wenn ja, würden wir uns sehr freuen, wenn du diesen Beitrag an ein bis zwei Personen weiterleitest, die ihn ebenfalls nützlich finden könnten!

Wenn Du mehr dazu wissen willst, wie das Deiner Organisation helfen könnte, schick uns gern eine Nachricht an hallo@fourfates.de.

Bis nächste Woche!

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Quellen

Kuncel, N. R., & Hezlett, S. A. (2010). Fact and Fiction in Cognitive Ability Testing for Admissions and Hiring Decisions. Current Directions in Psychological Science, *19*(6), 339–345. https://doi.org/10.1177/0963721410389459

Beste Grüße und bis uns das psychologische Schicksal wieder zusammenführt,
Moritz und Nico
Wirtschaftspsychologie-Briefing

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